FORSCHUNGSPREIS
Alle zwei Jahre vergibt die Stiftung einen Preis an eine herausragende Nachwuchswissenschaftler-Persönlichkeit, die auf einem aktuellen Forschungsgebiet der Lebenswissenschaften arbeitet. Die Stiftung lädt daher anerkannte Vertreter der Wissenschaft ein, exzellente junge Talente für diesen Preis zu nominieren.
Selbstnominierungen sind ebenfalls möglich.
Forschungspreis
2026
€ 10.000.-
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Vorgeschlagen werden können Personen, die ihre aktuellen Forschungstätigkeiten in Deutschland, Österreich oder der Schweiz durchführen, sich durch ihren wissenschaftlichen Track Record auszeichnen und einen wichtigen wissenschaftlichen Beitrag in ihrem speziellen Forschungsgebiet geleistet haben.
Für Selbstbewerbungen gelten die gleichen Kriterien.Der Beginn der wissenschaftlichen Arbeiten (= Start der Promotionsarbeit) darf nicht länger als 10 Jahre zurückliegen; Mutterschutz- und Elternzeiten werden berücksichtigt.
Über die Vergabe des Forschungspreises entscheidet die Stiftung nach eigenem Ermessen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
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Ein Vorschlag durch eine anerkannte Persönlichkeit in den Lebenswissenschaften muss enthalten:
Aussagekräftige Begründung für den Vorschlag (ca. ½ Seite)
Kontaktdaten (insbesondere E-Mail-Adresse) der vorgeschlagenen Person
Die Vorschläge werden absolut vertraulich behandelt.
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Eine Selbstbewerbung muss enthalten:
Lebenslauf mit wissenschaftlichem Werdegang
Publikationsliste
Begründung der wissenschaftlichen Exzellenz
2 Empfehlungsschreiben von anerkannten Persönlichkeiten der Wissenschaftsszene
Die Bewerbungen werden absolut vertraulich behandelt
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Sowohl die Vorschläge als auch die Selbstbewerbungen müssen am 30. Juni 2025 bei der Stiftung eingegangen sein.
Die Preisverleihung wird im Januar 2026 in Klosters, Schweiz, stattfinden.
Die Vorschläge und Bewerbungen sind per E-Mail zu richten an:
Peter und Traudl Engelhorn Stiftung
Prof. Dr. Horst Domdey
forschungspreis@engelhorn-stiftung.de
FORSCHUNGSPREIS 2026
Der Forschungspreis 2026 der Peter und Traudl Engelhorn Stiftung wurde am 10. Januar 2026 im Rahmen des Manfred-Eigen-Winterseminars in Klosters, Schweiz, an die Nachwuchswissenschaftler Prof. Dr. Martin Pacesa von der Universität Zürich und Dr. Jens Puschhof vom DKFZ Heidelberg verliehen. Angesichts der außergewöhnlich hohen Zahl von 44, zum Teil wirklich exzellenten Nominierungen hatte die Stiftung sich entschieden, den Forschungspreis 2026 ausnahmsweise an zwei Wissenschaftler, jeweils in Höhe von 10.000 Euro, zu vergeben. Dr. Pacesa erhielt den Preis vor allem für die Entwicklung von Open-Source-Plattformen für computergestütztes Protein-Design, Dr. Puschhof für seine Forschung zur Rolle des Mikrobioms bei der Entstehung von Darmkrebs.
Preisverleihung 2026 mit Prof. Dr. Robert Huber, Preisträger Prof. Dr. Martin Pacesa, Prof. Dr. Horst Domdey, Preisträger Dr. Jens Puschhof, Prof. Dr. Eberhard Neumann (v.l.n.r.)
Dr. Martin Pacesa (*1993) wurde in erster Linie für die Entwicklung von BindCraft ausgezeichnet, einer Open-Source-Computerplattform, die das Design funktionaler Proteinbinder erheblich vereinfacht und beschleunigt. BindCraft ermöglicht die präzise Generierung hochaffiner Binder für unterschiedlichste Zielstrukturen, darunter Zelloberflächenrezeptoren, Allergene, Gen-Editierungsenzyme und Viruskapside. Der Ansatz macht aufwendige Screening-Verfahren überflüssig und stellt damit modernste Protein-Design-Methoden einer breiten Forschungsgemeinschaft zur Verfügung. BindCraft wird mittlerweile sowohl in der akademischen Forschung als auch in der Industrie breit eingesetzt.
Zudem entwickelte Dr. Pacesa mithilfe von Deep Learning eine Methode, mit der lösliche Varianten komplexer Membranproteine hergestellt werden können. Diese behalten ihre wichtigsten Struktureigenschaften und machen zuvor schwer zugängliche Zielmoleküle erstmals für biochemische Analysen nutzbar. Frühere Arbeiten von Dr. Pacesa zum CRISPR-Cas9-System, einer molekularen Genschere zur gezielten Veränderung von DNA, flossen in die Entwicklung präziserer Genomeditierungsstrategien ein, die derzeit in klinischen Anwendungen erprobt werden.
Dr. Jens Puschhof (*1992) forscht am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg an der engen Wechselwirkung zwischen Tumorzellen, gesunden Körperzellen, dem Immunsystem und Mikroorganismen. Mit innovativen Organoid- und Organ-on-Chip-Modellen konnte er zeigen, wie bestimmte Bakterien direkt das Erbgut schädigen und so Mutationen auslösen, die zur Entstehung von Darmkrebs beitragen können.
Durch Künstliche Intelligenz (KI) können diese Mutationsmuster immer genauer in Patientenproben nachgewiesen werden. Dabei zeigen sich deutliche Hinweise auf einen Zusammenhang mit dem zunehmenden Auftreten von Darmkrebs in jüngeren Altersgruppen. Diesen Mustern geht Dr. Puschhof aktuell im von ihm geleiteten BACTORG Konsortium mit sechs deutschen Universitätskliniken auf den Grund.
„Mit Dr. Pacesa und Dr. Puschhof zeichnen wir zwei exzellente junge Wissenschaftler aus, deren Arbeiten ganz neue Wege in der biomedizinischen Forschung eröffnen. Ihre Leistungen stehen beispielhaft für die Innovationskraft und interdisziplinäre Exzellenz, die die Peter und Traudl Engelhorn Stiftung fördern möchte“, erklärt Prof. Dr. Horst Domdey, Wissenschaftlicher Vorstand der Peter und Traudl Engelhorn Stiftung.„Beide Forscher haben mit Publikationen in führenden Fachzeitschriften wie Nature, Science und Cell einen herausragenden wissenschaftlichen Track Record und damit bereits zu Beginn ihrer wissenschaftlichen Karriere internationale Anerkennung erlangt.“
ARCHIV
Bisher verliehene Forschungspreise der Peter & Traudl Engelhorn Stiftung:
Ein Rückblick auf herausragende wissenschaftliche Leistungen
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THEMA
«Aggregation, kontrollierte Hydrolyse von Proteinen und/oder DNA/RNA; Grundlagenforschung mit Perspektive für die medizinische Therapie»
PREISTRÄGERIN
Dr. Débora B. Trentini Schmidt
Gruppenleiterin am Center for Molecular Medicine Cologne CMMC der Universität Köln
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THEMA
«Neue Ansätze und Ergebnisse in der Molekularen Virologie, Infektionsmechanismen bei viralen Erkrankungen und Impfstoff-Vektoren»PREISTRÄGER
Prof. Dr. Hauke S. Hillen
Universitätsmedizin Göttingen und Max-Planck-Institut für Multidisziplinäre Naturwissenschaften, Göttingen
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THEMA
«Von der Grundlagenforschung an Bio-Molekülen zu Zellen und Zellsystemen mit Potenzial für die Medizin»
PREISTRÄGER
Prof. Dr. Doris HellerschmiedGruppenleiterin an der Universität Duisburg-Essen
Dr. Eva Maria HuberTechnische Universität München, Abteilung Chemie/Biochemie
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THEMA
«Neue Methoden aus dem Bereich der biologisch orientierten Informationstechnologien (Bioinformatik)»
PREISTRÄGERINNEN
Dr. Julijana GjorgjievaMPI BrainResearch, Frankfurt
Dr. Laleh HagverdiEMBL Heidelberg
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THEMA
«Neue Erkenntnisse in der molekularen Infektionsbiologie mit Perspektiven für die Therapie»
PREISTRÄGER
Prof. Dr. Kai PapenfortLudwig Maximilian Universität München
Dr. Florian I. SchmidtLeiter einer „Emmy-Noether-Gruppe“ an der Universität Bonn
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THEMA
«Neue Methoden zur Erforschung von Struktur und Funktion bei Lebensprozessen»
PREISTRÄGERDr. Sebastian van de Linde
Department of Biotechnology &
Biophysics, Biozentrum,
Universität Würzburg -
THEMA
«Aktuelle Erkenntnisse aus dem Bereich der Lebenswissenschaften mit konkreter Perspektive für eine therapeutische Anwendung»
PREISTRÄGERProf. Dr.rer.nat. Hendrik Dietz
Technische Universität München
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THEMA
«Lebensprozesse als Vorbild für chemische Technologien»
PREISTRÄGER
Dr. Claudia HöbartnerMax-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie, Göttingen
Prof. Dr. Markus Kaiser
ZMB, Universität Duisburg-Essen
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THEMA
«RNA-Interferenz»
PREISTRÄGER
Dr. Gunter MeisterLeiter einer Nachwuchsgruppe am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried
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THEMA
«Membran-Protein erstmals in natürlicher Faltung synthetisiert – Durchbruch für Wirkstoff-Suche»
PREISTRÄGERDr. Eva-Kathrin Sinner
Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz
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THEMA
«Rab-Proteine und ihre Partner»
PREISTRÄGERDr. Alexey Rak
Arbeitsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie, Dortmund. -
THEMA
«Besondere Methodenentwicklungen in der Biochemie, Molekularbiologie und Zellbiologie»
PREISTRÄGERProf. Dr. Petra Schwille
Technische Universität Dresden.
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THEMA 1
«Aufklärung der Struktur der intrazellulären Proteinabbau-„Maschine“.»
PREISTRÄGERDr. Michael Groll
Humboldt-Universität
BerlinTHEMA 2
Molekulargenetischen Vorgänge bei der Zelldifferenzierung bzw. der Organentwicklung.
PREISTRÄGER
Dr. Marco Milán
EMBL Heidelberg
Forschungspreis-
kommission
Der Kommission gehören folgende Personen an:
Prof. Dr. Herwig Brunner
Prof. Dr. Patrick Cramer
Prof. Dr. Horst Domdey
Prof. Dr. med. Michael Freissmuth
Prof. Dr. med. F.-Ulrich Hartl
Prof. Dr. Robert Huber
Prof. Dr. Eberhard Neumann
Prof. Dr. Anne Spang
Prof. Dr. Sabine Werner
«Everything is theoretically impossible,
until it is done»
ROBERT A. HEINLEIN